Aus meinem Leben in Montero, Santa Cruz:
Ich bin heute mal wieder um kurz vor 8Uhr wach geworden. Bin aber auch schon
gegen 19Uhr ins Bett gegangen. Ich muss zugeben, dass die 6 Stunden
Zeitverschiebung immer noch an mir nagen.
Also wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist das hier
ein Selbstversorger Haushalt. Ich muss alleine einkaufen, kochen, waschen und
anscheinend auch mal ne Grundreinigung mit den nicht vorhandenen Putzmitteln
machen. Hier kann ich auf jeden Fall schonmal üben, für meine erste eigene Wohnung.
Gestern war ich das erste Mal im Supermarkt und hab mich echt n bisschen gefühlt wie im Zoo. Aber so ist das in ner kleineren Stadt, wo es eben abgesehen von einer Freiwilligen, keine Ausländer, geschweige denn viele europäische aussehende Menschen gibt.
Gestern war ich das erste Mal im Supermarkt und hab mich echt n bisschen gefühlt wie im Zoo. Aber so ist das in ner kleineren Stadt, wo es eben abgesehen von einer Freiwilligen, keine Ausländer, geschweige denn viele europäische aussehende Menschen gibt.
Im Moment arbeite ich noch nicht, da sie wollten, dass ich
mich erst mal in Ruhe einrichten und zurechtfinden kann. Montag wurde für
meinen ersten Arbeitstag angesetzt, aber ich denke ich werde vorher anfangen,
denn im Moment bin ich hier doch ziemlich einsam. Denn abgesehen von Maria, bin
ich hier wie gesagt alleine.
Am Mittwoch bin ich auf jeden Fall in Montero
angekommen, nach einer Nacht in Santa Cruz de la Sierra (der Stadt, in der ich
2010 schon einen 5-monatigen Austausch gemacht habe) im „Virgen de Guadalupe“.
| Bett im "Virgen de Guadalupe" |
Dort sind wir um ca. 13 Uhr angekommen, nachdem wir erst von Frankfurt mit TAM Airlines 11h10min nach Sao Paulo(Brasilien)
geflogen, von da aus 1h45min nach Asuncion (Paraguay) und letztendlich nochmal
2h nach Santa Cruz. Es war wirklich schön, die Stadt nochmal zu sehen, in der
ich immerhin ein paar Monate gelebt habe. Bis auf ein paar Verspätungen ist flugtechnisch alles glatt gelaufen. Was auch mal ne nette Abwechslung war zu
dem, was bis Frankfurt alles passiert ist…
Bis 17:30Uhr war die Welt noch in Ordnung. Ich war zwar
ziemlich aufgeregt und gestresst, aber Sanje war ja bei mir und in der Bahn
konnte ich seine Hand ganz fest drücken. Von TAM Airlines hatte ich im Voraus
telefonisch eine Nummer bekommen, die ich für mein Bahnticket in einen Schalter
eintippen musste. Und wie ihr euch jetzt bestimmt schon gedacht habt: DIE
NUMMER FUNKTIONIERTE NICHT!! -.- Mein Zug , der ICE 613, ging aber um 17:55Uhr.
Das bedeutete, dass Papa, Kili und Sanje schon mal zum Gleis gingen und ich mit
meiner Mama durch den Bahnhof Köln hetzte. Erst zum Bahninformationsschalter,
wo wir zum Glück vorgelassen wurden und die Frau dann mit uns die Nummer
nochmal ausprobierte. Da das nicht klappte, wurden wir dann zum Reisecenter
geschickt, wo wir hinrannten, eine Nummer zum Warten ziehen mussten (17:40),
wieder vorgelassen wurden und im Endeffekt ein neues Ticket für 64€ kaufen mussten
(das Geld werden wir aber auf jeden Fall bei TAM einfordert, denn die Frau am Telefon
hat einen sprachlich noch nicht mal richtig verstanden und mehr als mehrmals
nachfragen, kann man auch nicht). Auf jeden Fall wurde das Ticket dann um 17:49Uhr
ausgestellt (und ja ich weiß das so genau, weil es auf meinem Ticket drauf
steht ;)). Ich, die ganze Zeit schon den Tränen nah, hetzte also mit meiner Mama
wieder zurück zum Gleis, wo auch schon meine Tante Sandra samt Cousin Maxi und
Cousine Lena und Hanna und Karla (zwei sehr gute Freundinnen) auf mich
warteten. Ja und dann konnte ich mich nicht mehr zurück halten, viele Tränen
sind geflossen und ich war innerlich ziemlich wütend, weil ich gerne noch etwas mehr
Zeit zum Verabschieden gehabt hätte und nicht nur jeden einmal kurz umarmt....-.- Außerdem hatte ich in dem ganzen Gehetze auch noch meinen Tabak verloren…
Ich habe mich aber sehr gefreut, dass ihr alle da wart und vermisse euch jetzt schon!
Im Zug habe ich mich dann noch weiter geärgert und geweint. Zum Glück hat mich die Frau, die neben mir saß, ein bisschen getröstet. Ich bin mir echt vorgekommen, wie ein kleines Kind, was sofort Heimweh bekommt und wegen jedem Blödsinn weint.
Ich habe mich aber sehr gefreut, dass ihr alle da wart und vermisse euch jetzt schon!
Im Zug habe ich mich dann noch weiter geärgert und geweint. Zum Glück hat mich die Frau, die neben mir saß, ein bisschen getröstet. Ich bin mir echt vorgekommen, wie ein kleines Kind, was sofort Heimweh bekommt und wegen jedem Blödsinn weint.
In Frankfurt angekommen (18:51) musste ich dann meinen 17kg
schweren Trackingrucksack und einen 9kg schweren Handgepäckrucksack +Kissen und
Kuscheldecke irgendwie tragen und einen 27,5kg schweren Koffer ziehen, was mich
mit meiner schlechten Laune noch mehr genervt hat. Dann bin ich auch noch in
die falsche Richtung gelaufen und wollte keine 2€ für einen Gepäckwagen
ausgeben…
2x23kg darf man bei TAM mitnehmen. Die Freiwilligen-Gruppe
von unserer Organisation „BolivianischesKinderHilfswerk“, die schon im August
geflogen ist, hatte extra geschrieben, dass das kein Problem sei, die würden
nur auf die Summe achten, eine hätte sogar 6kg Übergewicht gehabt. Aber wie es
kommen musste, so kam es. Die Leute, die am Montag am TAM-Schalter saßen, sahen
das nicht so. 90€ musste eine bezahlen und auch ich hätte das gemusst, hätte ich
nicht umgepackt. Schweißtreibend hab ich
dann also meine Koffer an die Seite gehievt, immer wieder einzeln zur Waage
geschleppt und es im Endeffekt, nach ner gefühlten Stunde, wo alle mein
Gepäckinneres angeglotzt haben, auf 2 x 21kg geschafft. Gut, dass das Handgepäck
nicht nachgewogen wurde, das war dann nämlich 11,5kg schwer.
Nachdem ich mich dann bei einigen Mitfreiwilligen über mein
Glück ausgekotzt, eine geraucht & mir einen Starbucks-Frappé gegönnt hatte,
gings mir dann irgendwann auch wieder besser. Wir haben im Flugzeug schön viel Essen
bekommen, ich habe „The lucky one“ (den ich übrigens nicht so gut fand) und „Plötzlich
Star“ (leider nicht bis zum Ende) geguckt. In den TAM riesen Flugzeugen hat
nämlich jeder seinen eigenen Bildschirm und auch sonst war ich vom Service sehr
begeistert.
In Santa Cruz angekommen wurden wir von Fernando abgeholt
und zum Hotel gebracht. Der war auch wirklich sehr nett und hat mich später
auch noch nach Montero begleitet und mit mir was gegessen. Theresa, eine
ehemalige Freiwillige, die in dem Projekt war, wo ich jetzt bin, haben wir in S.C.
auch noch getroffen und sie hat mir ein paar hilfreiche Tipps gegeben, was mir
die Angst auch ein bisschen genommen hat.
Naja und den Rest hab ich ja oben schon erzählt. Ich weiß,
das war jetzt was viel, aber am Anfang gibt’s ja meistens viel zu berichten. ;)
Über meine Arbeit im „Centro Medico“ und warum, das, als was ich arbeiten
werde, nichts mit dem zu tun hat, was bei mir im Vertrag stand, berichte ich
dann beim nächsten Mal…
Danke fürs lesen & ich geh jetzt mal duschen! Was muss
das muss, nicht wahr? ;D
Küsse an meine Liebsten aus Köln,
Jacky
Wow schön zu lesen ,ehrlich Worte und klingt nach einem Abenteuer. Ich hoffe dir wird es die Zeit gut gehen und das du bald nicht mehr so alleine bist. Ich schaue regelmäßig rein um zu erfahren wie es dir geht und werde dich auf dem Laufenden halten ;) Machs gut meine Liebe <3
AntwortenLöschenDanke, lieb von dir :) <3
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