Wir schreiben den 06.01.13 und es ist höchste Zeit für einen
neuen Blogeintrag, denn in der Vergangenheit ist ziehmlich viel passiert. Ich
habe nämlich nicht nur den Wohn- und Arbeitsplatz und dadurch auch die Stadt gewechselt,
sondern, wie einige von euch via Facebook
vielleicht schon mitbekommen haben, war ich über die Feiertage in Buenos
Aires um meinen Urlaub zu genießen.
Vor etwas mehr als zwei Monaten bin ich schlussendlich von
Montero nach Santa Cruz de la Sierra gezogen und wohne jetzt mit 5 anderen
Freiwilligen (Anna, Janna, Johanna, Janina & Clara) und leider „nur noch“ einem
kleinen Kätzchen, Cucaratchi (Gollum ist leider, weil er zu schwach war vor
kurzem gestorben) in einer grossen WG.
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| Gollum :) |
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Das ist passiert:
Wie ihr ja schon mitbekommen haben müsstet, war ich nicht
grad glücklich mit meiner Arbeit und mit meiner Wohnsituation allein in
Montero, weswegen ich ja auch so oft es ging nach SC geflüchtet bin zum
Ballettunterricht, zum Feiern etc. Genau zwei Monate hab ich mir das insgesamt
angeguckt und pünktlich zum 1.11. war ich drüben und konnte in der „Fundacion Nino
Feliz“ arbeiten. Ich hatte einfach genug von Nichtstun und je länger ich mir
das geben musste, desto mehr hat sich das in eine aggresive Langeweile
transformiert, die nicht gerade zu meinem Wohlbefinden beigetragen hat. Selbst
die Projekte, die mir zu mehr Arbeit verhelfen sollten, sind allesammt
gefloppt:
--> Den
Onlineshop der Produkte von CLEM gab es schon,
-->die
Passwörter oder Emailadressen der Inhaber der Internetseiten von CLEM (deswegen
gab es wahrscheinlich auch schon mehrere) hab ich nie bekommen und konnte so
auch die Interwievs und Fotos der CLEM-Leute nicht hochladen,
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| Abschied vom Centro Medico |
-->Endlischschüler hatte ich insgesamt, wovon nur 4 mehr als einmal gekommen sind
und nur 2 kontinuierlich, wobei ich oft einfach um sonst gekommen bin, weil gar
keiner da war
-->und
was den Tag der offenen Tür betrifft, ist mir von Centro Medico selber keine
Unterstützung wiederfahren und wenn sie diesen wirklich umsetzen wollten, hätte
ich mir gewünscht, dass wenigstens einer ernsthaft Initiative ergriffen hätte.
Nach einem Gespräch mit unserem Koordinator hier in
Bolivien, war dann auch schon ziehmlich schnell klar, dass es kein Problem
darstellen würde zu wechseln. Ich habe mich derzeit erkundigt in welchem
Projekt der anderen Freiwilligen meine Hilfe noch sinnvoll wäre (Man kann nämlich
nicht einfach in irgendein Hilfsprojekt, weil die erst von weltwärts genehmigt werden müssen.). Und Tadaa in der Fundacion Nino Feliz, in der Andrea
schon arbeitete, wurde ich gerne aufgenommen.
Meine neue Arbeit:
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| Schnibbeln in der Küche |
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Ich würde die
Fundacion als eine Art Hort beschreiben. Die Schüler kommen vor oder nach der
Schule, essen und haben im Nachmittag die Möglichkeit an
Theater-,Chor-,Instrument-,Malkursen etc. teilzunehmen und ihre Hausaufgaben zu
machen. Insgesamt sind hier glaub ich 140 Schüler. Andrea gibt Geigenunterricht im Nachmittag,
da ich aber kein Instrument spiele, sind wir dann auf die Idee gekommen, dass
ich Ballettunterricht geben könnte. Ja ich weiss in Deutschland bräuchte man
dafür erst tausend Scheine, aber hier sind die Leute froh, wenn man etwas kann
und bereit ist, das an andere weiter zu geben.
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| Der Raum zum Essen |
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Meine Arbeit besteht
morgens von 10-13/13.15Uhr darin in der Küche zu helfen (Gemüse schälen/waschen/schnibbeln),
die Tische zu decken und zu säubern oder mit der Tia Armilda Dinge für
Geburtstage zu basteln oder jetzt in der Ferien den Kindern auch mal zu helfen
Weihnachtskarten an ihre Patenfamilien aus aller Welt zu verfassen… was halt so
ansteht. Danach darf ich selber auch erstmal Mittagessen und um 14.30Uhr gehts
weiter mit Ballettunterricht. Nachdem nicht nur mich das tägliche
Ballettunterrichten und meine zusätzlichen eigenen Ballettstunden an meine
Grenzen getrieben hat, sondern auch die Kinder nicht Lust hatten jeden Tag zu
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| Das Essen. Leider viel zu wenig Gemüse, sondern meistens Kartoffeln, Reis etc. |
kommen, habe ich mich jetzt nach vielem rumprobieren auf drei Tage die Woche
festgelegt. Von 14.40-15.15Uhr unterrichte ich 4-6jährige (was echt am
anstrengendsten ist), von 15.15-16Uhr 7-10jährige und danach bis 17 Uhr 10-15jährige
und mit denen macht es mir auch am meisten Spaß. Danach hab ich frei und an den
Tagen, wo ich kein Ballett gebe helfe ich hier und da aus…
Ich muss sagen, genau
wie der Englischunterricht war das am Anfang etwas schwierig, weil ich eben
nicht ausgebildet bin. Aber Dank Paedagogik-LK, Internet, dem was ich von
meiner Tanzlehrerin Pia gelernt habe und den Fitness-Tipps von meiner Mama, klappt das mittlerweile gar
nicht mal so schlecht! ;)
Die WG:
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| Jackys Workout :) |
Wie gesagt wohn ich jetzt mit 5 anderen Mädels in einer
goßen WG. Jede von uns hat ihr eigenes Zimmer, dazu haben wir zwei Bäder, eine
kleine Küche und einen riesen außenliegenden Aufenthaltsraum mit Hängematte und
eigens aus Bananenkisten zusammengebauten Schränken einem großen Tisch und zwei
Sofamatratzen und natürlich einem Katzenklo für das Kätzchen ;). Außerdem gibt
es da noch unseren roten Glitzerkühlschrank, der unberechenbar Stromschläge
abgibt, wenn man ihn öffnen will. Eigentlich ist das auch gar kein Kühlschrank,
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| Unsere Waschstelle- wie ich es hasse per Hand zu waschen -.- |
sondern eine Gefriertruhe, weswegen unsere
Eier, Milch, Joghurts, etc. regelmäßig
einfrieren und wir abtauen müssen, aber der war nun mal schon in der Wohnung
und einen Kühlschrank zu kaufen wäre viel zu teuer. Dann doch lieber die
Cornflakes mit Milch-Eis-Klumpen essen. Man gewöhnt sich an alles, sogar die
Kakerlaken machen mir nicht mehr so viel aus…;)
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| Nein das isr nicht aufm Markt, sondern bei uns zu Hause ;) |
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| Unser Wohnzimmer, da noch in den Anfängen |
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| Küchenvorraum mit Annas und Claras Zimmer nebendran |
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| Das Obergeschoss (Jannas,Janinas und Johannas Zimmer) |
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| Der Kühlschrank |
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| Die Küüüschäää |
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| Ähm ja, die Mäuse haben dann im Schrank alles angefressen, sodass wir den Sckrank komplett ausräumen mussten. |
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| Ja der hat mich und Anna geweckt, weil er an ihrem Hals saß, zum Glück hab ich ein Mückennetz übrm Bett! |
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Mein Zimmer:
Also mein Zimmer gab es am Anfang eigentlich gar nicht und
deswegen sollte ich auch nicht in die WG einziehen. Ich hab die Vermieterin
dann aber irgendwann nach einem weiteren
Zimmer gefragt und tadaaa da war eine Abstellkammer. Diese wurde dann renoviert
und jetzt ist das mein Zimmer und im Gegensatz zu den anderen Zimmer bin ich
sogar die einzige, die ein Bettgestell hat, auf das ich auch ziemlich stolz
bin! ;) Dafür tun sich im Dach immer wieder Löcher auf und es regnet in mein Zimmer, neuerdings auch
auf mein Bett und der Putz bröckelt so doll, dass ich nach einer Woche eine weiße
Staubschicht auf meinen Kosmetiksachen habe und irgendwie riecht es immer nach
Keller, weil der Steinboden an manchen Stellen immer feucht ist. Am Anfang hatte ich leider total
die Schimmelmatratze mit Löchern, aber die haben wir dann getauscht, gegen die
Strohmatratze, die uns vorher als „Wohnzimmersofa“ gedieht habt. Und ihr
braucht jetzt gar nicht so gucken, aber es soll gar nicht so ungesund sein, auf
Strohmatratzen zu schlafen! Ach ja und
mein Fenster besteht aus Gitterstäben und nem Mückennetz, wer braucht schon ne
Scheibe!? ;D
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| Cucaratchi :) |
Buenos Aires:
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| Der Ausblick von unserem Hostel "Lime House" |
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| Unsere Bettchen |
Wie ihr ja schon mitbekommen habt, komme ich gerade ausm
Urlaub wieder. 11 Tage war ich in Buenos Aires und habe mit Henning und Lisa meinen
Urlaub genossen. An Weihnachten haben wir ziemlich geil gekocht, waren gutes
argentinisches Stake gegessen, ne Tangoshow plus Tanzstunde besucht, Silvester
aufm Dach vom Hostel gefeiert, einige Besichtigungen gemacht, viele Menschen
kennengelernt, ich hab mir n Sidecut geschnitten und die Haare dunkelrot
gefärbt(Bilder kommen noch) und ansonsten viel entspannt… :)
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| Man sollte einfach Barfuss kein Workout machen... |
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Ansonsten...
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| ...waren wir auf einer traditionellen colla Hochzeit, |
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| haben Riesenzwiebeln im Supermarkt entdeckt, |
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| haben an Weihnachten Plätzchen gebacken, |
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| ich habe ein Huhn als Weihnachtsgeschenk von der Arbeit bekommen, |
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| auf einer Ballettaufführung getanzt, |
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| und gelernt, wie man Dutts so feste macht, dass man Kopfschmerzen bekommt. |
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So ich mach mich jetzt auch mal wieder ans Packen, denn
heute um 21.15Uhr geht’s auch schon wieder los nach Cochabamba zum
Zwischenseminar. Ich bin mal gespannt…
La muñeca de carne y hueso verabschiedet sich mit Regen im Nacken, Mücken
an den Beinen und Cucaratchi aufm Schoß. Ja auch auf meiner neuen Arbeit bin
ich wieder das Püppchen bzw. die Barbie, das war wohl nicht nur ein „Montero-Ding“!
;)
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| Taxifahrt zur Disco |
Hallo Maus,
AntwortenLöschenschön zu hören und zu sehen, dass es dir gut geht.
Und ich bin mir ganz sicher, dass dein Ballettunterricht top ist :-)
LG und bis zum nächsten Skype :-*)
Mama